ADS Grenzfriedensbund e.V., Arbeitsgemeinschaft Deutsches Schleswig
60 Jahre soziales, kulturelles und sozialpädagogisches Engagement im deutsch-
dänischen Grenzraum.

Die heutige Kindergartenzeit

Ein Bericht über unsere heutige Kindergartenzeit

Jeden Morgen, fünf Tage in der Woche, machen sich 1900 drei- bis sechsjährige Kinder auf den Weg: Sie streben, meist begleitet von ihren Eltern, zielsicher die 27 ADS-Kindergärten im Landesteil Schleswig an:

Auf der Insel Sylt finden die Kinder ihre ADS-Kindergärten in List und Hörnum. Auch im weiteren Nordfriesland, in Tönning, Friedrichstadt (zwei Häuser), Bredstedt (zwei Häuser), und seit einem Jahr auch in Husum, erwartet die Kinder ein umfassendes pädagogisches Programm. Der Kreis Schleswig-Flensburg ist Heimat von immer neuen ADS-Kindergärten geworden. Zu den Einrichtungen in Süderbrarup, Schleswig (mit Hortbetrieb), Handewitt (mit Hortbetrieb) und Glücksburg kamen in den vergangenen fünf Jahren Kindergärten in Sieverstedt, Jarplund-Weding und Tarp dazu. In Harrislee, Oeversee und Satrup vergrößerte sich das Kindergartenangebot um je einen zweiten ADS-Kindergarten, und in nächster Zukunft werden auch Geltinger Kinder in einem Kindergarten der ADS spielen können.

Die Flensburger Mädchen und Jungen finden ihren Kindergarten in der Süderlücke, im Jupiterweg, im Breedlandweg, an der Marientreppe, in der Schulgasse und in Sophiesminde.

Während der 50 Jahre Kindergartenarbeit der ADS gab es in der pädagogischen Arbeit unterschiedliche Phasen, von der altershomogenen zur gemischtaltrigen Gruppe, vom Lese-Lern-Programm zur Psychomotorik, vom Sitzkindergarten zum Bewegungskindergarten, vom geschlossenen Gruppenleben zum offenen Freispiel im ganzen Haus, von der Anlasspädagogik zum Situationsansatz.

Dabei hat sich eine moderne Pädagogik in allen ADS-Kindergärten herauskristallisiert, die, basierend auf dem Situationsansatz, großen Wert auf eine ganzheitliche Förderung der Kindergartenkinder legt.

Ein festgeschriebenes Ziel der ADS lautet:
„Traditonell ist es das Betreben der ADS, die Verwurzelung der Menschen in ihrer Region zu akzeptieren und zu fördern, die Vielfalt der sozialen und kulturellen Ausdrucksformen als Bereicherung erlebbar zu machen.“ Diesen Anspruch versuchen wir in unseren Einrichtungen umzusetzen. Die Akzeptanz und Toleranz der verschiedenen kulturellen und sozialen Lebensformen sind Ausgangspunkt unserer pädagogischen Arbeit.

Wenn wir von der ADS-Kindergartenarbeit sprechen, tun wir es mit dem Wissen, dass die verschiedenen Standorte unserer Kindergärten auch die Arbeit in den einzelnen Häusern prägen.

Durch das Instrument der Praxisberatung ist es uns gelungen, unsere konzeptionelle Arbeit genauer zu definieren und der inhaltlichen Arbeit in den einzelnen Häusern Schwerpunkte zu geben. Begleitet von interner und externer Fortbildung begannen wir ErzieherInnen „den Stein ins Rollen zu bringen.“

In einer Klausurtagung, an der 120 Mitarbeiterinnen aus allen ADS-Kindergärten zusammenkamen, erarbeiteten wir unsere zukünftigen pädagogischen Schwerpunkte. So erfuhr der Situationsansatz in 17 unserer Kindergärten eine Erweiterung durch die Einführung einer zweiten Sprache, verbunden mit einer Sensibilisierung der Kinder für andere Kulturen. Obwohl erst seit knapp einem Jahr mit der zweiten Sprache gearbeitet wird, hört man die Kinder in diesen Kindergärten bereits auf dänisch, friesisch oder plattdeutsch singen und sprechen.

Andere Kindergärten haben ihren Schwerpunkt in „Natur und Forschung“ gefunden. Hier hat sich die Kindergartenarbeit zu großen Teilen ins Freie und in die Natur verlagert. Dem Forscherdrang der Kinder sind keine Grenzen gesetzt, gleichzeitig werden sie für ökologische Zusammenhänge sensibilisiert. Ein gutes Beispiel dafür bietet das Konzept des in Kürze fertiggestellten Naturkindergartens Oeversee. Kinder und Kunst, Musikpädagogik, Anteile der Montessori-Pädagogik und Jung und Alt im Dialog -intergenerationelle Projekte im Kindergarten-, runden die bunte Palette von Schwerpunkten ab, die unserer Arbeit ein klares Profil verleihen. „Der Stein ist ins Rollen gebracht worden!“

Nur durch das Fundament qualitativ ausgereifter und in der Praxis bewährter pädagogischer Konzepte konnte dieser Schritt gewagt werden.

  • Jahrelange interne und externe Fortbildung der MitarbeiterInnen,
  • die hohe Bereitschaft der MitarbeiterInnen, sich für die Ziele und Belange der Kinder, des Kindergartens und des Trägers einzusetzen.
  • die durch den Träger ermöglichten Rahmenbedingungen, wie z. B. Freistellung für Fort- und Weiterbildung, Praxisberatung, Autonomie in der Arbeit im Kindergarten und vor allem die ständige Bereitschaft zum Dialog mit den MitarbeiterInnen, führten zu einem Qualitätsstandard in unseren Kindergärten, der sichtlich Früchte trägt.

Zu ihrem 25-jährigen Jubiläum hatte die ADS 15 Kindergärten unter ihrer Regie, beim 40-jährigen Jubiläum waren es 16 und in diesem Jahr, zum 50-jährigen Jubiläum, wird in 28 Kindergärten (zählen wir den Kindergarten in Gelting mit), das ADS-Kindergartenkonzept umgesetzt. Das bedeutet, in nur 10 Jahren haben wir zwölf weitere Kindergärten in Betrieb genommen und dabei unsere hohen Ansprüche an Qualität auch in Quantität umsetzen können.

Susanna Leschinski